«Beton ist noch nicht bezwungen»

Marlise Blaser ist gelernte Tiefbauzeichnerin. Später hat sie sich zur Bauingenieurin weitergebildet. 2002 kam sie als Geschäftsführerin zum Elementwerk Istighofen, fünf Jahre später übernahm sie das Unternehmen. Heute beschäftig sie 28 Mitarbeitende.

Für Marlise Blaser ist Beton ein lebendiger Baustoff, der immer wieder neu erfunden wird. Im Interview verrät sie, warum sie noch heute Herzklopfen hat, wenn neue Ideen entstehen und wo sie Potenzial für die Zukunft sieht.

Marlise Blaser, was respektive wie wäre die Welt ohne Beton(elemente)?

Sie wäre langweilig. Farblos. Uns würde die Weite fehlen, die Weitsicht. Wir könnten nichts mehr überbrücken. Und das meine ich auch länderübergreifend. Der Tunnelbau würde in seiner heutigen Form nicht möglich sein. Beton ist ein so wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, unserer Infrastruktur. Und Beton bietet schier endlose Möglichkeiten: verschiedene Oberflächen, Formen und Farben.

Wofür schlägt Ihr Herz bei diesem Thema?

Ich mag die Unendlichkeit des Werkstoffs. Beton sind keine Grenzen gesetzt. Wir können alles immer wieder neu denken. Und auch wenn wir dieses Geschäft schon lange betreiben, stehen wir immer wieder vor neuen Herausforderungen. Ich lerne täglich dazu. Beton ist noch nicht bezwungen. Das Material ist unberechenbar. Das bereitet mir Herzklopfen – im Positiven. Marlise Blaser, Inhaberin und Geschäftsleiterin Elementwerk Istighofen AG

… wofür schlägt Ihr Herz noch?

Für den Prozess am Produkt. Als Ingenieurin etwas zu berechnen, das später sichtbar wird – das wir erschaffen haben. Wir realisieren spannende Projekte, die wir noch lange Zeit später anschauen können, die Bestand haben. Und ich mag es, mit Menschen zusammenzuarbeiten, zusammen etwas zu erschaffen – und selbst tätig zu sein.

Weshalb wird es Beton(elemente) auch in 30 Jahren noch geben? Wie werden wir den Baustoff dann wohl einsetzen?
Es wird ihn auf jeden Fall noch geben. Er wird vielleicht vermehrt bei Sanierungen eingesetzt und etwas weniger bei Neubauten. Gerade im Bereich Design und Ästhetik glaube ich, dass wir auch in Zukunft auf Beton setzen werden. Er wird sogar für noch filigranere Elemente eingesetzt werden. Und er wird ökologischer sein. Schon jetzt ist es möglich, mit Recycling-Beton zu bauen. Dieser Bereich wird in den nächsten Jahren enorm wachsen.

Welche Trends verfolgen Sie interessiert, wenn es um die Weiterentwicklung von heutigen Baumaterialien (darunter auch Betonelemente) geht?
Das grosse Thema ist die Nachhaltigkeit. Und hier besonders das Recycling. «Me luegt und lost». Dabei stelle ich fest, man hört gar nicht so viel. Wir arbeiten zudem an neuen Rezepturen mit dem Ziel, noch schlankere Strukturen zu bauen.

Gewusst.

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