Die zwei Wohntürme Max Towers in Aesch BL fallen auf. Einerseits aufgrund ihrer Höhe, andererseits sind es auch die von Säulen und weitläufigen Balkonen geprägten Fassaden, die faszinieren. Rund 2000 Elemente aus Beton sind hier im Spiel.
Auf einem ehemaligen Industriegebiet in Aesch ist eine neue Wohnsiedlung entstanden, die städtisch anmutet – direkt neben dem Fluss Birs und in einem vorwiegend ländlich geprägten Umfeld. Das Herzstück der Überbauung sind die beiden über 40 Meter hohen Max Towers. In den oberen Etagen befinden sich 120 Eigentumswohnungen, die Erdgeschosse bieten unter anderem Raum für Gewerbeflächen.
Aufgrund der weitläufigen Dimensionen des Projekts waren zahlreiche Betriebe in den Bau involviert, darunter die Max Dudler Architekten aus Zürich. Sie hatten 2018 den Wettbewerb für die Türme 2 und 3 auf dem neuen Areal für sich entschieden. «Die Proportionen der Türme waren im Plan vorgegeben, ansonsten hatten wir Freiheiten in der Fassadengestaltung und Grundrisskonzeption in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft der HRS», sagt Projektleiterin Giulietta Hidalgo aus dem Architektenteam.
Ihre Faszination für die Max Towers begründet sie damit, dass sie ein spannendes Zusammenspiel zwischen den Fassadenelementen und der Gebäudestruktur darstellen. «Was macht ein Hochhaus ausserhalb der Stadt?», das sei die Frage gewesen, die man sich in der Entwurfsphase immer wieder gestellt habe. «Unsere Antwort darauf ist, dass hier auch der Aussenraum eine wichtige Rolle spielt, also die umlaufenden Balkone mit Sicht ins Grüne und die damit verbundene Privatsphäre in jeder Wohnung», so die Architektin.
Wohnraum erweitert
Umgesetzt wurde das Konzept schliesslich so, dass jede Wohnung über mehrere Zugänge nach draussen verfügt. «Sämtliche Balkone sind umlaufend, das gab uns viel Freiraum», sagt Giulietta Hidalgo. Sie verweist darauf, dass die Wohnfläche ziemlich kompakt sei und auf diese Weise erweitert werden könne. «Das ist ein Qualitätsmerkmal, wie bei einem Einfamilienhaus.»
Betrachtet man die Max Towers von aussen, wird deutlich, dass sie im Grunde genommen nicht nur eine, sondern zwei Fassaden haben. Eine äussere, die von den schlanken Säulen an den Balkonen geprägt ist. Und eine innere, eine mit Metall verkleidete Fassade, die mit den Vorbauten eine Einheit bildet. «Vorgefertigte Betonelemente sind hier matchentscheidend, sie bilden eine erste Ordnung», sagt die Projektleiterin.




Säulen und Platten aus Beton prägen die Fassaden der Max Towers, sodass diese leicht und mehrschichtig wirken.
Sämtliche Betonelemente, die an den Max Towers zum Einsatz kamen, stammen aus dem Elementwerk Istighofen. Insgesamt sind es rund 2000 Stück, die vorwiegend an den Fassaden und Balkonen, aber auch im Eingangsbereich verwendet wurden. Sie bestehen aus hellem, stahlarmiertem Beton. «Die Oberflächen sind sandgestrahlt, das ergibt eine optisch interessante, mineralische Struktur mit natürlichem Charakter», begründet die Architektin.
Mit Präzision punkten
Da es sich bei den Max Towers um ein grosses Bauvorhaben mit vielen Involvierten handelt, war der Koordinationsaufwand laut Giulietta Hidalgo vergleichsweise gross. Die Zusammenarbeit mit dem Elementwerk Istighofen habe sie stets als partnerschaftlich und dynamisch erlebt. Vom Können und der Präzision der Betonwerker zeigt sie sich äusserst beeindruckt. «Beim Übergang zum Erdgeschoss kommen an der Auskragung besonders komplexe Elemente vor, die eine Rundung aufweisen», erklärt sie. «Das Team aus Istighofen fertigte diese Teile in kürzester Zeit und äusserst präzise, sodass wir diese Herausforderung gut meistern konnten.»
Ebenso schätzt es die Projektleiterin, dass sie bei einer Besichtigung des Werks in Istighofen selbst miterleben durfte, wie die Vorproduktion Schritt für Schritt abläuft. «Da stand dann eine ganze Armee Betonelemente, alle individuell gefertigt», berichtet sie. «Von der riesigen Anzahl und dem gut sichtbaren künstlerischen Aspekt war ich überwältigt.» Auch auf das mittlerweile abgeschlossene Projekt als Ganzes blickt Giulietta Hidalgo positiv gestimmt zurück. «Es passte einfach alles, sowohl in Bezug auf die Betonelemente als auch auf persönlicher Ebene.»



