Die organisatorischen Aufgaben im Elementwerk Istighofen sind Sache der Projektleitenden. Diese Funktion hat auch unsere langjährige Mitarbeiterin Antonia Stübi inne. Parallel dazu bildet sich die Bauzeichnerin an der Höheren Fachschule weiter. Dort erwirbt sie Kompetenzen, die ihre bisherigen Erfahrungen optimal ergänzen.
Nach fast einem Jahrzehnt beim Elementwerk Istighofen ergab sich für Antonia Stübi eine neue Chance. Seit Anfang 2025 ist die gelernte Bauzeichnerin mit Fachrichtung Ingenieurbau als Projektleiterin tätig. Berufsbegleitend absolviert sie die Ausbildung zur Diplomierten Technikerin HF an der Baukaderschule St.Gallen. «Hierfür besuche ich zweimal pro Woche den Unterricht», sagt sie.
Mit ihrem 80-Prozent-Pensum lasse sich das gut vereinbaren. «Die Vorgesetzten unterstützen mich sehr», berichtet die junge Frau aus Bischofszell. «In der Kombination von Schule und Job lassen sich viele Synergien nutzen, denn der Lehrgang ist praxisnah, und das entspricht mir.» Eine Weiterbildung sei schon länger ihr Ziel gewesen, hebt Antonia Stübi hervor. Aufgrund von personellen Wechseln innerhalb des Projektleitungsteams hat sich die neue Herausforderung zeitlich passend ergeben. «Das ist ein Glücksfall, der mich zusätzlich motiviert.»
Sicht- und fassbares Resultat
Die Erfahrungen aus ihrer Erstausbildung im statischen Hoch- und Tiefbau kommen Antonia Stübi in ihrer neuen Funktion zugute. Einerseits, weil sie sich in verschiedenen Bereichen auskennt. Andererseits, weil sie die Pläne selbst zeichnen kann. Im Unterschied zu früher begleitet sie die Bauvorhaben nun aber nicht nur punktuell, sondern durchgehend.
Ein entscheidender Grund führte sie dereinst weg vom Hoch- und Tiefbau und hin zur Betonvorfertigung: «In der Lehre hatte ich mit weniger konkreten Lösungen zu tun. Hier beim Elementwerk Istighofen sind die Lösungen sicht- und fassbar.» Bei den für sie neuen Tätigkeiten, die zur Projektleitung gehören, wird Antonia Stübi von Kollegen aus dem Team gecoacht. Zum Beispiel bei der Auftragsvergabe und bei den Berechnungen der Offerten. Zu den Aufgaben der Projektleitenden gehört zudem, dass sie den Produktionsprozess im Werk, die Logistik und die Montage engmaschig begleiten. «Kurz: Wir haben den bestmöglichen Überblick und sind mit anderen Fachkräften in stetigem Austausch», fasst Antonia Stübi zusammen.
Ihre Pläne bearbeitet Antonia Stübi vorwiegend digital, zweidimensional oder in 3D. «Letzteres ist nützlich, da Konflikte in Bezug auf die Drittgewerke umgehend angezeigt werden, und das Gebäude lässt sich im 3D-Modell aus verschiedenen Perspektiven betrachten.»
Herausforderungen aller Art
Dass das Elementwerk Istighofen keine Standardprodukte anbietet, sondern für individuelle Anfertigungen nach Mass bekannt ist, gefällt Antonia Stübi besonders. «Das finde ich spannend und es fordert mich heraus.» Und sie erzählt von Situationen, in denen nicht nur ihr fachlicher Rat gefragt war, sondern auch viel Einfühlungsvermögen. «Für die Architektinnen und Architekten ist der ästhetische Aspekt entscheidend, für mich der praktische», erzählt sie. «Da muss man gemeinsam einen machbaren Konsens finden.»
Darauf angesprochen, welche Erfahrungen sie als junge Frau in der von Männern geprägten Baubranche mache, berichtet Antonia Stübi von positiven Erlebnissen. «Mir gefällt, dass viele Männer ganz direkt kommunizieren – so weiss ich, woran ich bin», erklärt sie schmunzelnd. «Klar kann es sein, dass ich zu Beginn unterschätzt werde», fügt sie sogleich in ernsthafterem Ton an. «Aber ich finde, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf dem Gleichgewicht von Geben und Nehmen basiert. Darauf achte ich, und in der Regel führt es dazu, dass ich mir auf diese Weise Respekt erarbeite, der bestehen bleibt.»



